BYRON HUMPHREY Tuschezeichnungen aus Nizza 14.9. bis 14.10.2017
BYRON HUMPHREYTuschezeichnungen aus Nizza 14.9. bis 14.10.2017

Hans Fähnle

1903 12. Juni: Hans Eberhard Fähnle wird in Flein als zweiter Sohn des Schulrektors Paul Fähnle und seiner Frau Luise, geb.
  Schwarz geboren.
1920–22 Besuch der Evangelisch-Theologischen Seminare Schöntal und Urach.
1922–24 Studium an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie Stuttgart bei Robert Poetzelberger, Christian Speyer und
  Robert Breyer, die einen impressionistischen Malstil vertreten;
  Beginn der Freundschaft mit Rudolf Müller, Wilhelm Geyer
  und Franz Frank. Fähnle konzentriert sich auf die klassischen
  Themen Porträt, Landschaft, Stillleben und vereinzelt Stadtansichten.
1924 – 25 Studium an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst Berlin in der Radierklasse mit Meisteratelier
  bei Hans Meid, dessen impressionistisch lockere Bildauffassung
  sich jedoch nicht auswirkt; beeindruckt von Hans von Marées und damaligen Ausstellungen der Französischen Moderne; unter möglichem Einfluss von Lovis Corinth entwickelt sich ein gemäßigt expressionistischer Malstil.
1925 – 26 Meisterschüler und Atelier bei Georg Burmester, einem norddeutschen Marine- und Landschaftsmaler an der Akademie Kassel. Auch dessen Werk ohne merklichen Einfluss. Aus der Kasseler Zeit erhalten ist eine kraftvolle Ansicht der Orangerie (Abb. S. 50). Freundschaften mit Richard Hohly, Otto Staudenmaier, Josef Kranzhoff.
1926   Verregneter Malsommer in Lochau bei Bregenz am Bodensee; der erhoffte Aufbruch in eine freie Malerexistenz misslingt. Fortsetzung des Studiums der Akademie in Kassel. Bekanntschaft mit dem Intendanten Paul Bekker und seiner Frau Hanna Bekker vom Rath; die Malerin und spätere Galeristin in Frankfurt, fördert HF immer wieder und ist mit ihm über Jahrzehnte in freundschaftlichem Kontakt.
1926 – 35 Wanderjahre Auf der Suche nach dem passenden Ort für eine Künstlerexistenz pendelt Fähnle ständig zwischen vertrauten und erfolgversprechenden

Standorte:

 
1926 – 28 meist an der Akademie in Kassel.
1927   zeitweilig im ‚Blauen Haus‘ in Hofheim und auf dem niederschlesischen
  Hofgut Pförten bei Onkel Ernst.
1928 im Frühjahr Malaufenthalt auf Rügen.
1928 – 29 Atelier in Berlin.
1929 über Hofheim zum Malsommer auf die Insel Reichenau; erste
  Symptome seiner schmerzhaften Erkrankung der Beine.
1930 erneut in Berlin und auf Hofgut Werben nahe Berlin bei seinem Bruder
  Ernst, im Sommer Fahrradtour nach Südfrankreich, durchs Rhônetal und nach Marseille.
1931 längere Zeit in Werben, dazwischen in Hofheim, im Herbst mit einer
  Schafherde unterwegs von Bayern nach Werben.
1931 – 32 in den Wintermonaten Atelier in Hofheim.
1932 – 33 in Überlingen, Mitarbeit beim Bau des Elternhauses.
1934    einige Monate in Preten an der Elbe bei der Familie der Schwester
  Ruth, dann zum Malsommer nach Überlingen und Dingelsdorf.
1934/35 zum Jahreswechsel zwei Monate in Frankfurt.
   
Fähnle sucht fortwährend nach Arbeits - und Ausstellungsmöglichkeiten und wirkt als Illustrator, Bühnenbildner, Dekorationsmaler, kopiert Meisterwerke aus Museen (erhalten ist eine Kopie von Peter Paul Rubens aus den Kassler Kunstsammlungen) oder fertigt Entwürfe für Kleinplastiken, um dann wieder frei malen zu können.
 
1927 Aufenthalt im ‚Blauen Haus‘ der Galeristin Hanna Bekker vom Rath
  in Hofheim im Taunus. Er besucht sie mehrfach in den folgenden
  Jahren, zeitweise stellt sie ihm auch ihr Atelier in Berlin zur
  Verfügung.
1927 u. 29 portraitiert Fähnle Kilian, den Sohn von Hanna Bekker.
1932 Nach der Pensionierung von Paul Fähnle ziehen die Eltern nach
  Überlingen am Bodensee und bauen sich dort ein Haus mit Blick über
  den See. Hans Fähnle besucht sie regelmäßig und richtet sich bei
  ihnen ein Atelier ein.
1934/35 Zweimonatiger Aufenthalt in Frankfurt am Main; begeisterter Besuch
  der Sammlungen des Städels. Stadtansichten in Zeichnungen und Gemälden.
1935        Übersiedlung nach Stuttgart; Wohnungen zunächst in Bad
  Cannstatt, dann bis zur Kriegszerstörung in der Schützenstraße
  21,
  schließlich ab 1948 bis zum Lebensende im wiederaufgebauten
  Städtischen Atelierhaus in der Ameisenbergstraße 61.
1935 Reise nach Venedig zur großen Tizian-Ausstellung, nach Florenz und zurück über Zürich.
1936 Erste große Einzelausstellung im renommierten Kunsthaus Schaller.
  Fähnle zeigt insgesamt 38 Ölbilder sowie vier Aquarelle und fünf
  Zeichnungen; es handelt sich vorwiegend um frühere Werke in
  spätimpressionistischem Stil. Die Ausstellung wird durchweg positiv
  besprochen. Fähnle hat seine Bildauffassung aber bereits merklich
  weiterentwickelt. Seine Bilder werden im Ausdruck expressiver und im Farbauftrag direkter.
  Innere Bildvorstellungen treten an die Stelle impressionistischer
  Wahrnehmungen.
1936 – 41 „Eiertanz“ zwischen Brotarbeit und freier Malerei; Befürchtung, seine
  neue malerischen Tendenzen könnten kontrolliert und untersagt
  werden; dahn und zum Überleben zahlreiche Arbeiten im Bereich
  Kunst am Bau – Glasfenster, Wandgemälde, Dekorationsmalerei,
  Holzintarsien, Sgraffito sowie Reklame und technische Zeichnungen.
1941 – 45 Soldat und Kriegsdienst als Mitglied eines Eisenbahntransport- und Sicherungsregiments zuerst in Russland an der Ostfront, dann in 
  Lothringen an der zerbrechenden Westfront, zuletzt von Wien aus
  auf dem Balkan.
1941 Tod des 21-jährigen Bruders Gotthold im Russlandfeldzug.
1942  Tod des Vaters. Verpflichtung zur Organisation der Ausstellung
  Künstler im feldgrauen Rock. An der Ostfront entstehen 22
  Kreidezeichnungen, die Hans Fähnle unter dem Titel Passion 1942
  zusammenfasst und 1946 als Lichtdrucke publiziert.
1944 Zerstörung des Stuttgarter Ateliers bei einem Bombenangriff, Verlust
  von Teilen des Frühwerkes.
1945 Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft.
1946 – 47 Erste Ausstellungen mit einzelnen Blättern des Grafikzyklus Passion
  und mit Gemälden in Stuttgart (Kunst gegen Krieg), Basel, Konstanz
  und Tübingen (Moderne Deutsche Kunst: Kreuzigung, 1946, und Der
  verlorene Sohn).
1947 – 48 Mitarbeit beim Wiederaufbau des städtischen Ateliergebäudes in der
  Ameisenbergstraße 61 in Stuttgart; Bezug eines der Ateliers;
  Nachbarschaft mit Rudolf Müller, Eugen Stammbach und Heinrich
  Kübler. Mitglied des Society of Modern Art / Freie Ausstellergruppe
  in Stuttgart.
1947 Mitbegründer und Lehrer für Malerei der Freien Kunstschule
  Stuttgart.Teilnahme an der Ausstellung der Freien Ausstellergruppe
  im Haus Sonnenhalde, dem privaten Galeriegebäude von Hugo Borst
  in Stuttgart,  sowie an der ersten Ausstellung der Galerie Dr.
  Herbert Herrmann.
1948 Teilnahme an der Ausstellung Stuttgarter Künstler in Beverly
  Hills/USA.
1951 – 53 Reisen nach Italien, Spanien, Nordafrika, nach Paris und in die
  Normandie.
1952  Gründungsmitglied der Freien Gruppe Stuttgart; Mitglied der Jury
  und des Ausschusses des Verbandes bildender Künstler
  Württembergs. Teilnahme an einer öffentlichen Diskussion mit Willi
  Baumeister zur Bedeutung der  abstrakten Kunst, die vom Südfunk
  Stuttgart aufgezeichnet wird.
1954 – 63 Öffentliche ‚Kunst am Bau‘-Aufträge in Stuttgart; regelmäßige
  Teilnahme an Ausstellungen des Württembergischen Kunstvereins,
  des Künstlerbundes Stuttgart und ab 1955 des Künstlerbundes
  Baden-Württemberg.
1955 Seit dem Gründungsjahr Mitglied des Künstlerbundes Baden-
  Württemberg, in dessen Jury Fähnle mehrfach berufen wird und für
  den er immer wieder die Hängung von Ausstellungen übernimmt.
1957 Starker Schub seiner schmerzhaften Erkrankung der Beine (Burning-
  feet-Syndrom?).
1958 Zusammen mit den Stuttgarter Künstlern Rudolf Müller, Volker
  Böhringer, Maxim Köhler, und Fritz Ruoff; Ausstellung im Palazzo
  delle Esposizioni in Rom, Gemeinschaftsausstellung in der Galerie
  Senatore und große Einzelausstellung im Stuttgarter Kunsthaus
  Fischinger.
1961 Tod des langjährigen Freundes, Förderers und Sammlers Erich
  Schlenker; Fähnle verfasst den Nachruf für den Mitbegründer des
  Künstlerbundes Baden-Württemberg für dessen
  Ausstellungskatalog
  1962.
1963 Mitglied der Künstlervereinigung Freie Gruppe Stuttgart, an deren
  letzter Ausstellung im Württembergischen Kunstverein er sich
  beteiligt. Reise mit Franziska Sarwey nach Griechenland/ Aigina; es
  entstehen abstrahierte
  Landschaftsbilder in leichter und heller Tönung.
1965 Die anhaltend heftigen Schmerzen in den Beinen verbunden mit
  tagelanger Schlaflosigkeit steigern sich; die Suche nach den
  Krankheitsursachen bleibt ebenso erfolglos wie der Einsatz von
  Medikamenten zur Schmerztherapie.
1968 Deutliche Schwächung des Gesundheitszustandes; Auftrag an den
  Bruder zur Abfassung des Testamentes; nochmals umfangreiche
  Bestellung von Farben. Hans Fähnle stirbt an den Folgen eines
  krankheitsbedingten Sturzes in seinem Stuttgarter Atelier.
  Der Bruder Ernst Fähnle beschließt, auf dem Familiengrundstück in
  Überlingen ein Galeriegebäude zu errichten, das einen großen Teil
  des künstlerischen Nachlasses von Hans Fähnle aufnehmen und der
  Öffentlichkeit zugänglich halten soll. Bau der Galerie Fähnle 1969,
  Eröffnung 1970
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